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Fasten, Heilfasten und ein Selbstversuch.

André in seiner Funktion als Wasser Sommelier versorgte uns die ganze Zeit mit dem richtigen Wasser. | Foto: Christian Held
André in seiner Funktion als Wasser Sommelier versorgte uns die ganze Zeit mit dem richtigen Wasser. | Foto: Christian Held

André in seiner Funktion als Wasser Sommelier versorgte uns die ganze Zeit mit dem richtigen Wasser. | Foto: Christian Held

André, Roger und ich haben uns ein Ziel gesetzt: Wir wollen die nächsten 14 Tage Fasten. Und zwar um genau zu sein, wir wollen Heilfasten. Das bedeutet wir werden außer Wasser nichts zu uns nehmen. Und hier werde ich davon berichten.

Roger, Christian und André - Drei Freunde, die für sich das Heilfasten ausprobieren wollen. | Foto: Christian Held

Roger, Christian und André – Drei Freunde, die für sich das Heilfasten ausprobieren wollen. | Foto: Christian Held

Teil 1 – Es geht los.

Ich schaue mal wieder in den Kühlschrank und denke „Immer nur das selbe drin – Tag ein, Tag aus“
Irgendwie hängt mir das alles zum Hals raus. Es muss sich langsam mal was ändern, aber wie. Es ist nicht so, dass ich diese Idee das erste Mal hatte oder es nicht schon erfolglos versucht hätte. Aber dieses Mal ist etwas anders. Denn vor ein paar Tagen hat mein Freund André mir von seinem Plan erzählt zu Fasten.

Und nun heute hier und jetzt am Kühlschrank habe auch ich einen Plan. Ich, Christian Held, werde einfach mit machen! In unregelmäßigen Abständen habe ich auch schon einmal gefastet. Allerdings immer nur indem ich eine Zeit lang auf bestimmte Dinge verzichtet habe. An das Heilfasten hatte ich mich nie richtig herangewagt. Ich lese nach und finde Interessantes heraus.

6 Gründe für ein Heilfasten. – die nicht von der Hand zu weisen sind

  1. In deinem Körper findet einen Innere Reinigung statt. (das muss sich positiv auf dein inneres Gleichgewicht auswirken.)
  2. Du nimmst durch das Fasten automatisch ab und dein Bindegewebe wird Entlastet.
  3. Deine Organe werden endlich einmal von alten Ablagerungen befreit.
  4. Also stärkst du Automatisch auch das Herz- Kreislaufsystem
  5. Du stärkst deine Immunsystem (es regeneriert sich bis zu 50%).
  6. Du hast mehr Energie und dein Wohlbefinden steiget sich.
Heilfasten hat viele Vorteile. Einer ist, dass dein Körper von innen von allem „Müll“ befreit wird. | Foto: Christian Held

Heilfasten hat viele Vorteile. Einer ist, dass dein Körper von innen von allem „Müll“ befreit wird. | Foto: pixabay

Was ist Fasten und wo kommt es her?

Laut Wikipedia wird „als Fasten die völlige oder teilweise Enthaltung von Speisen, Getränken und Genussmitteln über einen bestimmten Zeitraum hinweg, üblicherweise für einen oder mehrere Tage, bezeichnet.“

Den Ursprung des Fastens finden wir, wie so häufig, in den Religionen dieser Welt. Der Einfachheit halber möchte ich mich allerdings nur kurz gefasst auf die 3 großen Religionen beziehen.

Im Christentum erinnert das Fasten an die 40 Tage an denen Jesus Christus betend und fastend in der Wüste verbrachte und der Versuchung Satans trotzte.

Im Judentum soll aus biblischer Sicht das Fasten den göttlichen Zorn besänftigen und den Menschen mit Gott versöhnen.

Im Islam gehört das Fasten zu den 5 Säulen. Während des Ramadan besteht für alle Muslime die Pflicht, von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang dem Körper keinerlei Substanzen zuzuführen. Das bedeutet, auf die Aufnahme von Speisen, Getränken und auf das Rauchen zu verzichten.

Was aber bei allen Religionen gleich ist. Durch das Fasten versuchten die Menschen schon immer mit ihrem liebenden Schöpfer ins Gespräch zu kommen.

Das Heilfasten

Beim Heilfasten verzichtest du bewussten und freiwillig auf die Nahrungsaufnahme für einen bestimmten Zeitraum. In der Regel ein bis zwei Wochen. Allerdings wird beim Heilfasten nicht einfach nur gehungert. Es ist eine Kur, die der Entgiftung und Reinigung dient.
Es gibt die verschiedensten Arten des Heilfastens hier die wohl bekanntesten.

  • Heilfasten nach F.X. Mayr
  • Heilfasten nach Hildegard von Bingen
  • Heilfasten nach Buchinger (Tee, Säfte, Gemüsebrühe)
  • Saft-, Suppe-, Basen- oder Molkefasten
Säfte und Suppen können auch Teil von Heilfasten sein. | Foto: Christian Held

Säfte und Suppen können auch Teil von Heilfasten sein. | Foto: pixabay

Am wichtigsten ist allerdings, dass du viel trinkst und dass du deinen Darm gründlich säuberst. Das geht am besten über Darmeinläufe oder die Einnahme von Bitter- oder Glaubersalz.

„Bist du dir nicht sicher, lass dich von einem Arzt oder Heilpraktiker begleiten!“

Okay an der Stelle mit dem Darm war ich raus. Einlauf klingt irgendwie nicht so wie ich mir das ganze Vorgestellt habe. Und nun fällt mir auch wieder ein warum ich das Thema immer und immer wieder abgetan habe. Viel trinken ja kein Problem das kann ich, aber einen Einlauf, muss das denn sein? Erst mal sehen was André von meinem Plan hält, denke ich und nehme mir das Telefon zur Hand. Als wir unser Gespräch beenden sind wir zu dritt und der Plan steht. Vor drei Wochen ging das Ganze los und wir haben es von einem Heilpraktiker begleiten lassen.

10 Fragen zum Fasten

Am ersten Morgen unseres Selbstversuches sind wir mit dem Heilpraktiker und Schuleiter der Dresdner Heilpraktikerschule Dietrich Mühlberg verabredet. Ich habe am Abend zuvor das letzte gegessen und schon wieder Hunger. Was soll das nur werden? Mir gehen jede Menge Fragen durch den Kopf und gleich nach meinem Freund André bin ich an der Reihe. Als ich im Zimmer Herrn Mühlberg gegenüber sitze kann ich endlich meine Fragen loswerden.

Endlich mal alle Fragen zum Heilfasten stellen. Unser Begleiter auf unserer „Heilfast-Mission“ ist Dietrich Mühlberg von der Dresdner Heilpraktikerschule. | Foto: Christian Held

Endlich mal alle Fragen zum Heilfasten stellen. Unser Begleiter auf unserer „Heilfast-Mission“ ist Dietrich Mühlberg von der Dresdner Heilpraktikerschule. | Foto: Christian Held

Christian:

Worauf muss ich achten, wenn ich fasten will?

Dietrich Mühlberg: Wichtig ist die innere Bereitschaft. Wenn man fastet, um einem Trend zu folgen, geht das mit Sicherheit nicht gut. Voraussetzung ist das innere Bedürfnis, wirklich fasten zu wollen. Fasten beginnt im Kopf, nicht im Bauch! Man sollte sich entweder entsprechende Literatur besorgen oder besser bei einem Fachmann/-frau beraten lassen. So findet man dann die richtige Fastenmethode, wählt aus, welche Art für ein am besten geeignet ist. Die gesundheitlichen
Voraussetzungen sollten jedoch gegeben sein. Kontraindikationen wie z.B. Diabetes I, Schilddrüsenerkrankungen und Schwangerschaft sind unbedingt zu beachten!

Was passiert mit meinem Körper beim Fasten?

In erster Linie kommt es zu einem Umdenken. Wir wollen ja aus unseren Gewohnheiten herauskommen. Der Körper ist gewohnt, seine Mahlzeiten zu bekommen, wenn er Hunger/Appetit hat. Um an seine Energie zu kommen, beginnt der Körper nun Fettgewebe abzubauen. Da aber im Fettgewebe auch Giftstoffe (sog. „Schlacken“) abgelagert sind, werden diese jetzt ebenfalls abgebaut. So sind auch Stimmungsschwankungen erklärbar.

„Fasten kann dich Kreativ und Frei machen“

Kann ich meiner normalen Arbeit während des Fastens nachgehen?

Ich kenne Patienten, die bis zu sechs Wochen Vollfasten absolviert haben und in dieser Zeit nicht nur ihre (teils körperlich schwere) Arbeit gut geschafft haben, sondern sogar das Gefühl hatten, noch mehr Energie zu haben. Der Körper benötigt eben auch beim Verdauen Energie, die jetzt vollständig zur Verfügung steht. Manche berichten, dass sie in dieser Zeit sogar kreativer seien und den Kopf frei haben. Andere nehmen sich aber auch eine Auszeit dafür bzw. bevorzugen das
begleitete Fasten. Das sollte jeder für sich entscheiden.

Werde ich weiterhin aufs Klo gehen?

Es liegt in der Natur der Dinge, dass sich der Stuhlgang in dieser Zeit verändert, häufig sogar ganz ausbleibt. Hier kann man mit milden Abführmitteln (z.B. Glauber- oder Bittersalz) arbeiten. Ich empfehle in dieser Zeit zusätzlich Einläufen zu machen. Die eleganteste und wirkungsvollste Methode ist jedoch die Hydro-Colon- Therapie, die ich seit nunmehr 20 Jahren in der Praxis erfolgreich anwende.

Was kann beim Fasten passieren?

Am Anfang könnten dich Kopfschmerzen und Hungergefühle begleiten. Es kann auch sein, dass man (wie bereits gesagt) mehr oder weniger gereizt ist. Zudem kann es auch zu Kreislaufschwäche mit Schwindelgefühl kommen. Auch Blutzuckerschwankungen sind möglich. Reicht es, Wasser zu mir zu nehmen oder sollte ich mehr machen?
Das kommt nun wieder auf die Art des Fastens an. Beim Vollfasten nimmt man tatsächlich nur Wasser zu sich. (Bitte beraten lassen, welches Wasser geeignet ist!). Beim „Buchinger-Fasten“ gibt es zudem Gemüsebrühe. Auch Gemüsesäfte sind möglich. Wichtig ist es aber generell, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

„Du solltest immer ausreichend Trinken während der Fastenzeit“

Wie viel Flüssigkeit sollte ich zu mir nehmen?

Das ist abhängig vom Körpergewicht und kann bis zu 3,5 Liter betragen.

Was ist die beste Methode, um das anfängliche Hungergefühl zu umgehen?

Um das Hungergefühl abzumildern, ist eine gezielte Darmtherapie sehr wichtig. Dafür eignet sich – siehe oben- die Hydro-Colon- Therapie. Man mindert damit das anfängliche Hungergefühl beträchtlich.

Wie steige ich am besten wieder mit der Nahrung ein?

Manche beginnen das Fastenbrechen mit einem Apfel oder anderem Obst. Wichtig dabei ist in jedem Fall das gründliche, regelrecht andächtige Kauen. Später dann kommt leichte Kost, wie etwa Gemüsesuppe oder -brühe hinzu. Mindestens 2-3 Tage dauert dieser Prozess.

Wie oft kann ich fasten?

Manche fasten zweimal jährlich, viele einmal im Jahr. Die sogenannte Fastenzeit zwischen Fasching und Ostern ist dafür gut geeignet. Aber auch das sollte jeder für sich individuell entscheiden.

Viel Erfolg bei dieser wichtigen Erfahrung!

Ich schließe die Tür der Praxis hinter mir. Ich bin frisch gespült und voller Tatendrang. Mein Hunger ist nicht mehr da und die Sonne scheint mir ins Gesicht. Die kalte Luft beißt und ich fahre mit dem Rad zurück nach Hause. Wenn das keine optimalen Grundvoraussetzungen für meinen Selbstversuch sind. Ich bin gespannt wie die kommenden Wochen verlaufen werden. Was ich und meine Freunde erlebt habe, erfahrt ihr bis Ostern in meinen Beiträgen.

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