Was wir von Kindern lernen können

Kinder lachen nachweislich viel häufiger von ganzem Herzen als Erwachsene.

 

Kinder lachen nachweislich viel häufiger von ganzem Herzen als Erwachsene.

Mit Kindern verbinden wir lautes fröhliches Lachen, neugierige Fragen und viele Momente, in denen die Kleinen etwas Neues ausprobieren wollen. Mit Freude und meist ohne Berührungsängste begegnen sie neuen Dingen. Das kann ein Hund sein, auf den sie uns mit Freudestrahlen aufmerksam machen oder ein Klettergerüst, welches sie sofort begeistert in Beschlag nehmen.

Als Erwachsene haben wir diese Lebensweise oft verlernt. Sich darauf zurückzubesinnen, kann helfen, das Leben unbeschwerter zu verbringen. Eine positive Sicht auf die Welt, wie Kinder sie haben, stärkt nach neuesten Erkenntnissen auch das Immunsystem.

Neugierig bleiben & regelmäßig etwas Neues entdecken

Kinder interessieren sich für nahezu alles und saugen Informationen auf wie ein Schwamm. Sie wollen wissen, wie die Dinge funktionieren und wie was zusammenhängt. Sie sind neugierig und wissbegierig, entdecken ständig Neues.

Auch für uns Erwachsene gibt es so manch Unbekanntes zu entdecken. Lernen wir vielleicht ein Instrument zu spielen, besuchen einen Ort, an dem wir noch nie waren oder bilden uns zu einem Thema weiter, welches uns schon immer interessierte. Neues auszuprobieren sorgt nicht nur für Abwechslung im Alltag, sondern hält auch jung und fit. Da wir so unseren Horizont stetig erweitern und mit Gleichgesinnten in Kontakt kommen können, begünstigen wir eine offene und tolerante Lebenseinstellung.

Lachen tut gut

Kinder lachen nachweislich viel häufiger von ganzem Herzen als Erwachsene.

Nehmen wir uns ein Beispiel an ihnen, denn Lachen ist es sehr gesund. Im Körper werden Endorphine ausgeschüttet, welche wie körpereigenes Morphin wirkt.

Lachen kann man auch üben. Gemeinsam mit Kindern funktioniert das noch einfacher. Beginnt man künstlich zu lachen, reagiert der Körper ganz häufig mit tatsächlicher Freude.

Den Moment zu genießen

Oft sind wir gedanklich vor- oder rückwärtsgewandt, denken an Dinge, die noch zu erledigen sind, bearbeiten Erlebtes nach oder grübeln über mögliche Lösungen auftretender Probleme. All dies hindert uns daran, im Hier und Jetzt zu leben und so den aktuellen Moment mit allen Sinnen wahrzunehmen. Gerade Yoga- oder Mediationskurse erleben aktuell wieder einen Hype, weil viele Menschen einen Ort der Entspannung suchen. Was wir im Alltag verlernt haben, üben wir dann dort. Nämlich in uns hineinzuhören und zu –fühlen sowie aufkommende Gedanken ziehen zu lassen, statt daran festzuhalten.

Kinder tun dies ganz intuitiv.

Sie springen beispielsweise in eine Pfütze, ohne sich zu sorgen, ob sie später frieren oder gar krank werden könnten. Sie erobern einen neuen Spielplatz und probieren alles aus, ohne Angst davor zu haben, zu stürzen oder zu hoch zu klettern. Machen wir doch einfach mal mit!

Jeden Tag mit einem Lächeln begrüßen

Die Konzentration auf den Moment hilft auch den Tag unbeschwert zu beginnen. Kinder wachen oft mit einem Lächeln auf und sind neugierig darauf, was der Tag bringen mag und starten mit voller Energie. Dabei denken sie nicht mehr an Streit oder Verpflichtungen vom Vortag.

Da wir als Erwachsene gewisse Pflichten und Alltagsstrukturen haben, fällt uns dies oft schwerer. Trotzdem lohnt es, jene Dinge, die für den Moment nicht entscheidend sind, auszublenden und jeden einzelnen Tag positiv zu beginnen. Lassen wir los, was uns belastet und freuen wir uns auf alles Unerwartete am Rande unserer Termine.

Äußerlichkeiten & uns selbst akzeptieren

Wenn wir überlegen, was wir an unseren Freunden und Bekannten mögen, sind es selten deren Äußerlichkeiten, sondern eher innere Werte oder Dinge, die uns mit ihnen verbinden. Wir können also davon ausgehen, dass dies andersrum genauso der Fall ist. Trotzdem stehen wir mit uns selbst häufig in der Kritik, statt dankbar zu sein, was wir haben.

In einem Experiment wurden Kinder und Erwachsene gefragt, welchen Körperteil sie am eigenen Körper verändern würden. Erwachsene sprachen von schmaleren Oberschenkeln, kleineren Ohren oder wohlgeformteren Nasen. Kinder hingehen wünschten sich Flügel oder Gepardenbeine, um fliegen oder schneller rennen zu können. Auf die Idee, dass etwas nicht schön genug sein könnte, kamen sie nicht.

Vorurteils- und wertfrei gegenüber anderen

Kleinkinder beachten das Äußere eines Menschen viel weniger. Auch bewerten und urteilen sie nicht. Zwar übernehmen sie während des Heranwachsens so manches gehörte Wort, dessen Bedeutung sie aber häufig nicht kennen, geschweige denn es bewusst verwenden. Als Erwachsene bilden wir uns sekundenschnell eine Meinung und fällen häufig ein vorschnelles Urteil. Dabei empfiehlt es, sich das „neutrale Denken“ oder „bloßes Wahrnehmen ohne zu bewerten“ zu üben. Dies erspart uns auch negative Gedanken, die sich auf unsere Gefühle und Stimmung auswirken.

Die kleinen Dinge schätzen

Sind es wirklich große Autos oder Markenkleider, die wichtig sind oder gar glücklich machen? Schon Albert Einstein sagte einmal

„Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt“.

Machen uns nicht häufig die unerwarteten Kleinigkeiten im Alltag glücklicher? Die Schönheit der Natur, eine zwischenmenschliche Geste oder die Gewissheit, dass wir auf unsere Freunde zählen können.

Auch was unsere eigene Person angeht, dürfen wir kleinen Schritten Beachtung schenken. Es müssen nicht immer die ganz großen Erfolge sein, die wir als diese definieren. Es kann eine ganze Zeit dauern, bis wir finden, was wir suchen. Meist passieren auf dem Weg dahin viele Kleinigkeiten, die nötig sind um das Ziel zu erreichen.

Zeigen und Sagen, wenn man jemanden mag

Wer kennt es nicht? Kinder sagen was sie denken. So auch, wenn sie sich mit jemandem wohlfühlen. Ein „ich hab dich lieb“ geht ihnen schnell und ohne darüber nachzudenken über die Lippen. Als Erwachsene haben wir hingegen Angst, unsere Gefühle könnten nicht erwidert werden oder wir würden uns dem anderen zu offen zeigen. Auszusprechen, was wir empfinden, macht frei. Und mal ehrlich, haben liebevolle Worte und ein warmherziger Umgang jemals geschadet?

Es ist okay Gefühle zu zeigen

Wie vorangegangen beschrieben, behalten wir unser Empfinden meist für uns. So unterdrücken wir auch häufig aufkeimende Impulse. Gerade Wut und Scham verstecken wir lieber, bevor es jemand merkt. Gesünder ist es jedoch, diese Gefühle in Echtzeit zu leben. Sonst vergraben wir sie immer tiefer und häufen sie an, so dass sie irgendwann aus uns herausbrechen.

Kinder heben sich ihre Gefühle auch nicht für später auf. Wenn sie etwas wollen, was wir nicht erlauben, machen sie ihrem Ärger sofort Luft. Und wenn sie sich freuen, dann lachen sie so von Herzen, dass es ansteckend wirkt.

Albern sein, ohne sich dafür zu interessieren, was andere denken

Als Erwachsene haben wir uns nahezu immer unter Kontrolle. Mal wieder richtig albern sein, kann befreien und Lebensfreude wecken. Tun wir es unseren Kindern gleich und springen mal wieder voller Freude in eine Pfütze, ohne uns einen Kopf zu machen, ob wir danach schmutzig sind oder was andere darüber denken.

Vielleicht schaukeln wir auch mal wieder und stoßen uns weit ab.

Nicht aufgeben, wenn etwas nicht sofort klappt

Nur weil wir nicht sofort ein Lied spielen können, wenn wir beginnen ein Instrument zu spielen, heißt das nicht, dass wir es nie schaffen. Mit Geduld und regelmäßigem Üben gelingt uns irgendwann der Durchbruch. Bevor die Kleinsten den ersten Schritt tun, vergeht auch viel Zeit. Vorher beobachten sie und probieren sich motorisch aus. Irgendwann laufen sie einfach los. Meist sogar ganz selbstverständlich, als hätten sie nie etwas anderes getan.

 

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