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Ich.Fahr.Rad – Die Vielfalt des Fahrrads alltagsnah und erfahrbar

DIe Entwicklung des Fahrrads auf einem Blick oder an einer Wand. | Foto: Verkehrsmuseum Dresden/Kristin Hunka

Die moderne Sonderausstellung Ich.Fahr.Rad im Dresdner Verkehrsmuseum zeigt das Fahrrad facettenreich. Zehn Themeninseln und 19 leidenschaftliche Radfahrer veranschaulichen mit Videointerviews, Fahrradmodellen aus der Praxis und Aktivstationen die vielfältige Nutzbarkeit des Drahtesels. Faktenwissen und Aktivstationen machen den Besuch der Ausstellung zu einem Erlebnis. Noch bis zum 18. März könnt ihr euch sie im Dresdner Verkehrsmuseum anschauen.

Die Grundiee der Ausstellung war es, die Geschichten der Dresdner Radfahrer zu erzählen, die Bikekultur und –szene der Stadt zu zeigen sowie das Radeln mit unterschiedlichen Modellen erfahrbar zu machen. Dies gelang Ausstellungskurator Benjamin Otto mit zehn Themeninseln, neunzehn Portraitierten und reichlich Bewegungsangeboten.

Fahrrad für Groß und Klein

„Achtung, Fahrradfahrer!“ ruft Ben, als er mit mir die Sonderausstellung betritt. Wir beachten den Rechtsverkehr, da gerade zwei kleine Jungs den Parkour nutzen, der den Besuchern dazu dient unterschiedliche Räder auszuprobieren. Dafür stehen jeweils ein Mountainbike, Rennrad und Liegerad sowie zwei Kinderräder zur Verfügung. „Anhand der Modelle bekommt man die Unterschiede mit und hat die Möglichkeit die verschiedenen Geometrien der Räder kennenzulernen“, so die Intension des Wahldresdners.

Überdimensionale 3D-Postkarten geben einen historischen Einstieg und zeigen die wichtigsten Meilensteine der Fahrradentwicklung. Die 1817 durch Karl von Drais erfundene Laufmaschine bot mit dem 200. Jubiläum im letzten Jahr auch einen Anlass für diese Ausstellung.

Dresdner stellten für die Dauer der Ausstellung ihre Fahrräder zur Verfügung und erzählen im Video ihre persönlichen Geschichten ! | Foto: Romy Stein

Dresdner erzählen ihre Fahrradgeschichten

Dass neben der Geschichte vor allem die Fahrradgeschichte(n) der Großstädter im Vordergrund stehen, wird an der ersten Themeninsel zum Alltag deutlich. „Inspiration hierfür boten uns die Dresdner Fahrradbügel. Da stehen Kinderräder, normale Fahrräder, vielleicht auch mal ein Liegerad, ein Lastenrad oder ein Handbike“, erklärt der 35 jährige Kurator.  Stellvertretend dafür fand er Personen, welche ihre Alltagsräder für den Zeitraum der Ausstellung zur Verfügung stellten und per Videointerview ihre Fahrradleidenschaft mit den Besuchern teilen. Ich erkenne, wie nützlich ein Lastenfahrrad für Großeinkäufe oder Umzüge sein kann und dass es für solche Anlässe nicht zwingend ein Auto braucht. Interessant finde ich auch, dass eine Frau erzählt, dass sie durch die Anschaffung eines Liegefahrrads ihre Rückenschmerzen lindern konnte.

Seit dem 19. Jahrhundert mit dem Rad durch die Welt

An der Abenteuer-Station bewundere ich das mit Gepäck und Wassertanks beladene Fahrrad eines jungen Reiseleiters, der von 2013 bis 2015 13.500 km bis Neuseeland fuhr. Während Tour passierte er 3 Kontinente und 15 Länder ohne Panne. Dass Abenteuerlust kein aktueller Trend ist, beweist die Historie. Schon 1884-1886 radelte zum Beispiel Thomas Stevens mit dem Hochrad durch Amerika und Kontinentaleuropa gen Morgenland.

Kurator Ben Otto fährt diesmal nur im Anzug über die Alpen. Im Museum kann man das auch dank der Filmaufnahmen, die Otto bei seinen Touren selbst aufgenommen hat. | Foto: Verkehrsmuseum Dresden/Kristin Hunka

Aktiv über die Alpen fahren

E-Bikes, welche ich bisher nur aus der Ferne betrachtet habe, werden mir an der Themeninsel „Energie & alternative Antriebe“ sympathischer, als ich höre, dass die Anschaffung eines Pedelecs die gemeinsamen Radausflüge eines älteren Ehepaares richten konnten. Dabei sind Fahrräder, die den Fahrer elektrisch unterstützen, wenn er tritt, längst auch unter jungen Leuten beliebt. Während ich mir gedanklich notiere das Fahrgefühl und die Geschwindigkeit, welche man mit einem E-Bike erreichen kann, selbst zu testen, steigt Ben bereits aufs Rad. Er demonstriert zwei Aktivstationen, an denen der Besucher selbst in die Pedale treten kann, um den Film einer Transalptour mit dem Mountainbike sowie einen Alpenpass mit dem Rennrad abzuspielen. Der Dreiminüter entstand aus Filmmaterial, welches Ben persönlich während seiner Touren aufnahm.

Ausstellung zeigt Leidenschaft und Herzblut

Weitere faszinierende Geschichten, Hintergrundinformationen und repräsentative Fahrräder zeigen die Sport- und Bahnradinseln. Dazu gehört unter anderem ein Bahnrad, welches außer dem Sattel, Vorbau und den Speichen vollständig aus Carbon besteht und auf Bremsen verzichtet. Das 5,9 kg leichte Fahrrad dient dem Besitzer auf Rennsportveranstaltungen. „Da es inzwischen die unterschiedlichsten sportlichen Disziplinen gibt, haben wir uns drei rausgepickt: das Rennrad, Mountainbike und BMX und portraitieren die Szene, die es in Dresden gibt“, so der Ausstellungsleiter und Kurator in einer Person, dessen Leidenschaft und Herzblut in der Ausstellung zu spüren ist und dem eine facettenreiche Darstellung des Fahrrads gelungen ist.

Die Leidenschaft Rad spürt man an jeder Ecke von Ich.Fahr.Rad – Rad-Equipment von Heute und Damals. | Foto: Romy Stein

In der Stadt ist Radfahren Trend

Auch wenn die PKW-Durchschnittsgeschwindigkeit in Dresdens Innenstadt mit 40km/h noch recht hoch ist, steigen immer mehr Großstädter auf den Drahtesel um. „Dabei spielt auch der Umweltaspekt, das Geld und die Bewegung eine große Rolle. Radfahren fühlt sich gut an, es belebt Körper und Geist und das allerbeste man bekommt seine Umwelt direkt mit, das Vogelgezwitscher oder Fuchs und Hase, denen man schon mal im Großen Garten begegnen kann,“ resümiert Otto, der selbst täglich zur Arbeit radelt.

Mit Selfie zum neuen Rad

Das ausgestellte Trekkingrad mit 28″ Reifen und Nabenschaltung von GS Velo Dresden gibt es sogar zu gewinnen. Alle Besucher, die sich an der dafür vorgesehen Selfie-Station am Eingang der Ich.Fahr.Rad fotografieren lassen, landen nicht nur auf der digitalen Fotowand sondern auch im Lostopf. Aus diesem wird am 18.03.018, dem letzten Tag der Ausstellung ein Gewinner gezogen und über die Webseite des Verkehrsmuseums bekannt gegeben.

Dieses Rad von GS Velo Dresden kann jeder gewinnen, der von sich ein Selfie am Eingang der Ausstellung macht. | Foto: Romy Stein

Was? – Sonderausstellung Ich.Fahr.Rad. Fahrradgeschichte(n)

Wann? – 30.09.17 bis 18.03.18

Wo? – Verkehrsmuseum Dresden

Kosten – Erwachsene 9 EUR, Ermäßigte (Kinder, Schüler, Auszubildende, (Fern)Studenten, Schwerbehinderte und Erwerbslose) 4 EUR

Informationen zum Autor

Romy (32) wollte schon als kleines Kind Schriftstellerin werden. Sie liebt das geschriebene Wort und möchte mit ihren eigenen etwas bewegen. Sie ist kommunikativ, beobachtet gern Menschen und findet deren Geschichten spannend. Zu hinterfragen und analysieren gehört zu ihren Spezialitäten. Dresden ist inzwischen seit 10 Jahren ihre Wahlheimat, dabei entdeckt sie immer wieder neue Ecken. Sie liebt die vielfältigen Möglichkeit der Großstadt...

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