15 Jahre Dresdner Amateurtheater vom Feinsten

Das Theaterhaus Rudi feiert Geburtstag

Seit mittlerweile 15 Jahren ist das Amateurtheater im Rudi zu Hause. Für zahlreiche Theatergruppen ist es eine feste und geliebte Größe. Jahr um Jahr spielen sich hier Hobby-Akteure in die Herzen der Zuschauer. Denn im Amateurtheater spielen Menschen, die im „normalen Leben“ Ärzte, Verkäufer oder Lehrer sind. Gerade das macht den Charme und die Besonderheit dieses Spiels aus.

Hinter Amateurtheater stecken Menschen, die voller Hingabe schauspielern, zwar nicht als Beruf aber dennoch nicht selten als Berufung. Das Rudi bietet solchen Gruppen nicht nur eine Bühne. Es ermöglicht Raum zum Proben, für kreative Schaffensprozesse und ist natürlich auch Basis für einen Austausch untereinander und mit weiteren, auch internationalen Amateurschauspielern.

Die Ursprünge des Rudi reichen bis zum Erbauungsjahr 1898 zurück. Schon ein Jahr später eröffnet das Restaurant „Am Feldschlösschen“. Bis Kriegsende bleibt es eine beliebte Vergnügungsstätte für Familien und Vereine. Nach einigen Jahren Nutzung durch die Kreisleitung der SED eröffnet am 28.12.1957 das „Jugendclubhaus Rudi Arndt“, benannt nach dem von den Nazis ermordeten jüdischen Kommunisten.

Ab 1990 wird das Rudi eine Einrichtung des Dresdner Kulturamtes, Kleinkunstbühne und schließlich ab 1997 Stadtteilkulturhaus. Zeitweise wird es auch von den Landesbühnen Sachsen für Proben und Aufführungen genutzt. Im Februar 2002 eröffnet endlich das Theaterhaus Rudi und hat schon kurz nach dem Start mit der ersten Hürde zu kämpfen. Das Hochwasser im August verschont auch die Ecke Leipziger Straße/Fechnerstraße nicht. Mit viel Kraft und motivierten Menschen geling das Aufräumen und der Start glückt trotzdem.

Seitdem ist das Theaterhaus Rudi künstlerisches Zuhause von vielen treuen Theatergruppen, wie Eclectic Theatre, das H.O.Theater , das Seniorentheater „Ohne Verfallsdatum“ , das Allraunen Theater oder die Gruppe Spielbrett. Aber auch einige Profi-Schauspieler bespielten schon seine Bühnen, darunter Olaf Schubert oder Hans-Eckart Wenzel.

Ulli Schwarz ist mit seiner Gruppe Spielbrett schon seit den Anfängen dabei. „Das Theaterhaus Rudi ist mit den Jahren von einem Stadtteilhaus zu einem Theaterhaus für Amateure gewachsen, wobei es auch ein kulturelles Zentrum für den Stadtteil geblieben ist“, fasst er dessen Entwicklung zusammen. Für ihn ist diese Art der Kontinuität einzigartig in Deutschland. Für die Zukunft wünscht er sich mehr Aufmerksamkeit von Politik und Medien, auch in finanzieller Hinsicht: „Damit könnten mehr Gastspiele stattfinden. Denn wenn unsere Gruppe zu Gastspielen und Festivals fährt, wäre es auch für die Stadt schön, wenn wir hervorragende und kreative Gruppen animieren könnten, das Theaterhaus Rudi zu besuchen. Denn jeder Blick über den Gartenzaun kann uns reicher machen und die kulturelle Offenheit dieser Stadt ins Land tragen.

Das Theaterhaus Rudi liebt und lebt das Amateurtheater. Zur Feier seines 15. Geburtstages haben sich Leiterin Katrin Gawel und ihre Kollegen Silke Gaube, Dirk Tschirschwitz und Michael Wolff daher etwas Besonderes einfallen lassen. Als Geschenk für alle Freunde, Förderer und Mitwirkende wurde das Schweizer Amateurtheater-Duo R+R Theater (Ruedi Meyer & Ruedi Widtmann) eingeladen. Zu sehen gab es „Ich Romeo, Du Julia“, eine aufgeheiterte Variante des Shakespeare-Klassikers.

Die Gäste, unter Ihnen viele Schauspieler, waren begeistert und genossen Ihren Theaterabend einmal als Zuschauer. Zahlreiche Gratulanten ließen es sich nehmen ihre Glückwünsche persönlich zu überbringen. Neben Vertretern aller Theatergruppen ließen auch Michael Linke, Vorsitzender des Landesverbandes Amateurtheater Sachsen e.V. sowie Andree Ströhla und Veronika Sebb vom Club Passage, viele gute Wünsche für die Zukunft des Theaterhaus Rudi da.

Nach der Vorstellung wurden bei Live-Gitarrenmusik in der Theater-Kneipe viele Erinnerungen ausgetauscht. Dabei wurde noch einmal besonders klar, was die treibende Kraft im Theaterhaus Rudi ist und was es letztendlich ausmacht: Es sind die Menschen hinter den Kulissen, ihr Engagement und ihre Herzlichkeit.

Der Umgang untereinander und die Vielfalt an verschiedenen Theatergruppen machen die Arbeit im Theaterhaus Rudi so wertvoll. Das betont auch Luise Walter von der Theatergruppe Eclectic Theatre. Sie ist seit 2013 dabei. „Natürlich sind es aber auch die Möglichkeiten, die uns das Haus als Theatergruppe bietet. Die Bühne ist fantastisch und es ist jedes Mal einfach sehr schön hier zu spielen“, sagt sie über ihre Arbeit im Theaterhaus Rudi.

Auch Tina Schnabel ist vom menschlichen Umfeld im Theater begeistert. Sie arbeitet seit zwei Jahren in der Theater-Kneipe und liebt ihren Job hinter der Bar und den engen Kontakt zu den Menschen. Vor allem aber hofft sie, wie alle anderen Mitwirkenden und Amateurtheater-Begeisterten auch, dass es noch viele weitere Jahre lang besondere Theater-Erlebnisse und Veranstaltungs-Highlights in ihrem Theaterhaus Rudi geben wird.

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