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Wie ich mit Barbie groß wurde und wie sie sich verändert hat

Fast 60 Jahre Teil in vielen Kinderzimmern, auch in dem von HEY DRESDEN -Autorin Franzi. | Foto: pixabay/Alexas_Fotos
Fast 60 Jahre Teil in vielen Kinderzimmern, auch in dem von HEY DRESDEN -Autorin Franzi. | Foto: pixabay/Alexas_Fotos

Fast 60 Jahre Teil in vielen Kinderzimmern, auch in dem von HEY DRESDEN -Autorin Franzi. | Foto: pixabay/Alexas_Fotos

Barbie wird 59 Jahre alt! Am 09. März feiert die bekannteste Spielzeug-Puppe der Welt Ihren „Geburtstag“. Darum habe ich es mir nicht nehmen lassen, ein bisschen auf dem Dachboden und in meinen Erinnerungen zu stöbern. Was hat mich damals so an der kleinen Puppe fasziniert? Welche war meine coolste Barbie? Und was hält die Zukunft für Barbie bereit?

Seit fast 60 Jahren im Kinderzimmer – sie war auch bei mir

Wohl keiner hätte mit dem Wahnsinns Erfolg von Barbie gerechnet, als diese am 09. März 1959 auf einer Spielzeugmesse in New York präsentiert wurde. Innerhalb weniger Jahrzehnte erreichte sie einen Kultstatus, von dem die Kardashians nur träumen können. Und die Sympathie für den Spielzeugklassiker hält an: Angeblich werden weltweit nach wie vor jede Sekunde 3 Barbies verkauft. Und allein in Deutschland soll jedes Mädchen durchschnittlich 7 Barbies besitzen. Das sagt eine Studie von WHO. Dort steht auch, dass sich jedes zweite 15-jährige Mädchen zu dick fühlt.

Doch was ist es, dass Mädchen (und einige Jungs) damals wie heute an dem Püppchen begeistert? Waren wir wirklich nur ihrem vollen Haar und den endlos langen Beinen verfallen? Denn sind wir mal ehrlich: Um zu erkennen, dass Barbies Körperbau alles andere als gesund ist, muss man kein Arzt sein. Und selbst Kinder verstehen bereits in jungen Jahren, dass Barbie mit echten Frauen nicht viel Ähnlichkeit besitzt. Also was macht die Faszination „Barbie“ aus?

5 Fakten über Barbie, die ihr bestimmt noch nicht kanntet:

  1. Barbie wird in einem Maßstab von 1:6 angefertigt.
  2. Barbie und Ken wurden nach den Kindern der beiden Gründer Ruth und Elliot Handler benannt. Diese heißen Barbara Millicent und Kenneth.
  3. Barbie wird in 150 Ländern verkauft und verkörperte bisher über 40 Nationalitäten.
  4. Circa 100 Leute sind an der Erarbeitung einer einzigen Barbie beteiligt. Darunter befinden sich Designer, Schneider, Modellbauer und Stylisten.
  5. Mit fast 100 Millionen Meter verarbeiteten Stoff für Barbie Kleidung zählt Mattel zu einem der größten Bekleidungshersteller der Welt.
  6. Das Malträtieren von Barbies durch Mädchen im Alter von 7 bis 11 Jahren ist keineswegs ungewöhnlich. Vielmehr interpretieren es Wissenschaftler als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden.

Unendlich viel Zubehör gepaart mit einer Menge Fantasie

Wenn ihr mich fragt, es ist gar nicht ihr scheinbar „perfektes“ Aussehen, das mich damals so an Barbie faszinierte. Ich für meinen Teil war begeistert von den farbenfrohen Kleidern, den tollen Möbeln und dem ganzen winzigen Klimbim, die Barbies erst zu dem machten, was sie laut Verpackung vorgaben zu sein.

Ob Barbie als Kinderärztin, Reitlehrerin oder Wedding-Planerin – nichts fand ich schöner, als die Verpackung zu öffnen, jeden Draht, der die einzelnen Teile und Gliedmaßen umgab, zu lösen und alles sorgsam vor mir aufzureihen. Ich verbrachte Stunden – nein, Tage! – damit, mir meine kleine perfekte Barbie-Welt zu schaffen. So sehr, dass ich mir einzelnes Zubehör sogar noch dazu bastelte. Pizzas und Brote aus Salzteig, um das Barbies Barbecue zu einem vollen Erfolg werden zu lassen, oder ein semi-professioneller Schleier aus Taschentüchern, um Barbies Brautkleid den letzten Schliff zu geben. Nichts war unmöglich! Und was Backwaren und mangelhafte Schneiderkünste nicht richten konnten, das erledigte schließlich die eigene Fantasie.

Geht nicht gibt’s nicht: Was Barbie nicht von Haus aus mitlieferte, bastelte ich mir einfach selbst, hier in Form einer Pizza und eines Brots. | Foto: Franziska Topf

Geht nicht gibt’s nicht: Was Barbie nicht von Haus aus mitlieferte, bastelte ich mir einfach selbst, hier in Form einer Pizza und eines Brots. | Foto: Franziska Topf

Nicht zu vergessen die zahlreichen Haustiere Drumherum. Ich gestehe: Ich war ein bekennender Pferdenarr, weswegen ich gefühlt alles in die Finger bekommen musste, was Barbie dazu bereithielt. Die coolste Barbies waren daher für mich meine Cowboy-Mädels mitsamt einem Blumen fressenden Pferd.

Barbie als Prinzessin oder mit Pferd sind auch heute noch beliebte Themenwelten bei Kindern. Das waren meine Lieblingspuppen. | Foto: Franziska Topf

Barbie als Prinzessin oder mit Pferd sind auch heute noch beliebte Themenwelten bei Kindern. Das waren meine Lieblingspuppen. | Foto: Franziska Topf

Von der Feministin zum It-Girl: Der lange Weg der Barbie

Mattel gibt sich heute immer noch wie damals alle Mühe, um ihrem Mantra „Du kannst alles sein!“ gerecht zu werden. Seit Barbie vor 59 Jahren auf den Markt kam, hat sie Sage und Schreibe über 150 verschiedene Berufe ausgeübt! Neben den Klassikern wie Tierärztin, Tänzerin oder Frisörin war sie Astronautin, noch bevor der erste Mensch auf dem Mond war, hat schon mehrfach fürs Präsidentenamt kandidiert und versucht etwa als Naturwissenschaftlerin den Code des Lebens zu knacken.

Tatsächlich haben sich Ruth und Elliot Handler, die beiden wichtigsten Mitbegründer der Barbie, einiges bei der Vermarktung gedacht. So wollten sie, dass Barbie eine erwachsene, unabhängige Frau darstellt, die auch ohne Mann und Kind ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben führt.  Dieses Selbstbewusstsein möchte Mattel auch heute noch an Kinder vermitteln, wie sie versuchen es in ihren Werbevideos zeigen:

Sicherlich überzeugt das nicht jeden von euch. Zu Recht. Denn stellt man sich eine Barbie vor, dann sicherlich nicht mit Hosenanzug und Aktentasche. Wohl eher das Gegenteil ist der Fall. Probiert’s mal aus: Sucht ihr im Internet ganz allgemein nach Barbies, werden euch fast durchgängig nur Meerjungfrauen, Bonbon-Prinzessinnen, „Fashionistas“ (doch, die werden wirklich so deklariert!), Designerinnen oder „Hunde-Mamas“ begegnen. Und ob das die richtigen Werte und Vorstellungen vom Traumberuf bei unseren Jüngsten vermittelt, bezweifle ich ein bisschen.

Ob Kinderärztin, Astronautin oder Schwimmlehrerin – Barbie bietet nahezu alles, was das Herz begehrt. | Foto: Franziska Topf

Ob Kinderärztin, Astronautin oder Schwimmlehrerin – Barbie bietet nahezu alles, was das Herz begehrt. | Foto: Franziska Topf

Lammily als Alternative zur Barbie

Auch wenn ihr eure Barbie als Kinder leidenschaftlich geliebt habt – vielleicht habt ihr euch auch schon einmal die Frage gestellt, ob ihr sie euren zukünftigen Kindern ebenfalls schenken würdet. Für all jene, die mit Gewissensbissen zu kämpfen haben, gibt es die Lammily. Diese kleine Puppe war ursprünglich das Marketingprojekt eines Künstlers names Nickolay Lamm.

Das Besondere: Lammily hat die durchschnittlichen Proportionen einer 19-jährigen Frau. Das lässt sie nicht nur deutlich natürlicher sondern außerordentlich sympathisch wirken. Das Highlight sind jedoch die zusätzlich bestellbaren Sticker. Um Lammily so realitätsnah wie möglich erscheinen zu lassen, könnt ihr die Puppe mit Dehnungsstreifen, Akne, Narben, Tattoos oder Schönheitsflecken versehen.

(Ehemalige) Barbie-Fans aufgepasst: Was waren eure Erfahrungen?

Trotz all der Kritik an Barbie dürft ihr mich nicht falsch verstehen: Ich habe in meiner Kindheit viele schöne Stunden mit meinen Barbies verbracht. Eine Zeit, die ich nicht missen möchte. Anlässlich ihres Geburtstages möchte ich Barbie daher keineswegs in ein schlechtes Licht rücken. Dass sich die heutigen Designer ein bisschen mehr auf die ursprünglichen Werte der Firma Mattel besinnen, würde Barbie allerdings auch nicht schaden. Ich bin daher gespannt, was die kommenden Jahre fürs Barbie-Imperium bringen.

Doch jetzt seid ihr gefragt: Welche war eure liebste Barbie? Habt ihr sie immer pfleglich behandelt oder musste sie bei euch „Haare lassen“? Und wie schätzt ihr jene Barbies ein, die es heute zu kaufen gibt?

Ich bin auf jeden Fall gespannt auf eure Antworten!

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