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Wie Pegida bei Schülern gesehen wird

Dr. Joachim Klose diskutierte vor den Sommerferien mit Schülern aus Dresden über Pegida. Foto: F. Sommer

Es ist eigentlich ein ganz normaler Tag kurz vor den Sommerferien im Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium in Dresden. Aber nur fast. Es ist Projektwoche und die Schüler eignen sich in verschiedenen Kursen zusätzliches Wissen an. Einen dieser Workshops richtet die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) aus. Gemeinsam mit Dr. Joachim Klose sprachen Schüler aus der 9. und 10. Klasse über Pegida.

Dr. Klose ist Landesbeauftragter für Sachsen der KAS und Leiter des Politischen Bildungsforums Sachsen. Er beschäftigt sich inhaltlich sehr ausführlich mit dem Phänomen Pegida.

Das gesellschaftliche Klima in Sachsen hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert. Seitdem die populistische Bewegung Pegida jeden Montag in Dresden demonstriert und das Bild der Städte durch die Geflüchteten vielschichtiger geworden ist, befinden sich die Bürgerinnen und Bürger Sachsens in einem ständigen Wechselbad der Gefühle.

Bei einigen Menschen hört man Sätze wie „Ich krieg nichts und die bekommen alles!“. Persönliche wirtschaftliche Unsicherheiten und wahrgenommene soziale Ungleichheiten können soziale Abstiegsängste und Neid entfachen. Neid und die Angst abgehängt zu werden, stehen in enger Verbindung.

Bei den Schülern stellt sich eins schnell heraus: Rational sind die Argumente verständlich, emotional werden sie von den Schülern weitestgehend abgelehnt. Das zeigte sich auch in einem Rollenspiel, in dem jeweils pro und contra Thesen argumentativ verteidigt werden sollten – auch wenn man sich damit überhaupt nicht identifiziert. Da geht es um Themen wie Integration und Finanzen – und die Meinung ist eigentlich einheitlich: Gerade beim Thema Flüchtlinge sollte sich eine vernünftige Integration schneller rechnen als die konsequente Ablehnung.

Angemerkt wird auch, dass Pegida stets nur redet und kritisiert, aber keine wirklichen Lösungsvorschläge parat hat. „Es ist sehr schwer, eine Meinung zu vertreten, die man eigentlich gar nicht hat“, sind sich die Schüler einig. Die meisten waren zu Pegidas Hochzeiten zwischen 12 und 13 Jahren alt“, sagt Dr. Klose. Jetzt, mit 15, 16, 17 Jahren, wenn sich die politische Meinung bildet, werden die Dinge kritisch betrachtet und hinterfragt.

Die Workshops der KAS richten sich an Schüler verschiedener Jahrgangsstufen. Unter verschiedenen Themenstellungen beleuchtet die Stiftung das politische Geschehen in Sachsen und regt Schüler zum Nachdenken und aktiven mitarbeiten an.

Im September richtet die KAS einen Jugendpolitiktag für das Vitzthum Gymnasium zu dem folgenden Thema aus: Was geht mich Europa an? Zur Bedeutung der Europäischen Union für uns Dresdner.

Darüber hinaus startet im September in Kooperation mit der Gedenkstätte Großschweidnitz das Projekt “Tante Marianne”, ein Schülerprojekt zur historisch-künstlerischen Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Krankenmorden in Großschweidnitz.

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