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Der Schellehof sucht Unterstützer

Alle gemeinsam bei der Kartoffelernte auf dem Schellehof. | Foto: C.Förster
Alle gemeinsam bei der Kartoffelernte auf dem Schellehof. | Foto: C.Förster

Alle gemeinsam bei der Kartoffelernte auf dem Schellehof. | Foto: C.Förster

Landwirtschaft so unterstützen, wie du sie dir wünschst und am Ende bekommt ihr u.a. saisonale Zutaten, das Wissen woher das Essen stammt oder erfahrt wie Tiere abseits der Massentierhaltung leben. Das Konzept dahinter nennt sich solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) und ist ein Zusammenschluss mehrerer Menschen, die einen lokalen Landwirt unterstützen. Eine solche Gemeinschaft unterstützt den Schellehof bei Struppen. Vor der neuen Saison (Beginn 1.4.2018; Anm.d.Red.) sucht der Hof und der dazugehörige Verein nun neue Mitstreiter.

Kommende Informationsveranstaltungen:

20. Januar – ab 15Uhr im 2n40 – selbstorganisiertes, solidarisches Hausprojekt (Wilhelm-Franke-Straße 41/43)
18. März – ab 15Uhr im Huckepack e.V. – Freie Montessorischule (Glashütter Str. 10)

Die 9 wichtigsten Fragen zum Schellehof, zur solidarischen Landwirtschaft und wie ihr euch solidarisieren könnt hier und jetzt.

Wie arbeitet der Schellehof?

Die Bewirtschaftung auf dem Hof, der sich rund 25 Kilometer von Dresden entfernt befindet, basiert auf Prinzipien der ökologischen Landwirtschaft sowie dem Modell der solidarischen Landwirtschaft. Das Schellehofteam folgt dem Anspruch, natur-, umwelt- und ressourcenschonend zu arbeiten, die biologische Vielfalt und die Bodenfruchtbarkeit sowie die Tierhaltung in kleinen Gruppen – anstatt Massentierhaltung – zu fördern. Die Bodenfruchtbarkeit wird unter anderem durch reduzierte, schonende Bodenbearbeitung,eine weite Fruchtfolge und Gründüngung gefördert.

Biologische Vielfalt entwickelt sich zum Beispiel ebenfalls durch eine weite Fruchtfolge sowie durch samenfeste Sorten, Blühstreifen und das Anlegen von Biotopen. Als Biotope werden Hecken, Steinhaufen etc. bezeichnet. Die Raupen des Schwalbenschwanzes (der auf der Roten Liste gefährdeter Arten in der Vorwarnliste steht) fühlen sich auf den Möhrenpflanzen „zu Hause“, weil die Pflanzen nicht mit Insektiziden „behandelt“ werden. Und der Feldhase (welcher ebenfalls auf der Roten Liste gefährdeter Arten steht) lässt sich den Sellerie auf dem Acker schmecken. Durch den (im Vergleich zur industriellen Landbewirtschaftung) geringen Technikeinsatz, die Nicht-Verwendung von Pestiziden sowie ausreichend „Schutz” zwischen den Beeten, können Feldhasen, ebenso wie die Feldlerchen das gesamte Jahr beobachtet werden.

Was bringt die solidarische Landwirtschaft dem Landwirt?

Das Schellehofteam weiß, für wen es arbeitet und kann aufgrund der Menschen, die für zwölf Monate (vom 1.4.2017 bis 31.3.2018) einen solidarischen Vertrag mit dem Schellehof haben, konkreter planen und hat dadurch mehr Freiheiten bzw. Sicherheiten in der Art des Land(be)wirtschaftens. Mehr Freiheiten bedeutet, dass zum Beispiel nicht (nur) das Ertragsmaximum bei der Sortenwahl im Vordergrund steht, wodurch bewusst Sorten angebaut werden können, die auf dem Markt nicht massenhaft zu finden sind (alte, samenfeste Sorten, bunte Kartoffeln etc.). Diese Herangehensweise fördert neben der biologischen auch die geschmackliche Vielfalt. Davon profitieren die SoLaWi-Mitglieder.

  • Planungssicherheit für den Landwirt
  • unabhängigeres arbeiten dank eines stabilen Beitrags
  • mehr Sortenvielfalt auf dem Acker
  • mehr Ernteerträge durch keine Handelsnormen für die Mitglieder der solidarischen Landwirtschaft
Die solidarische Landwirtschaft sichert die Planung und Artenvielfalt auf dem Äckern des Schellehofes. | Foto: C.Förster

Die solidarische Landwirtschaft sichert die Planung und Artenvielfalt auf dem Äckern des Schellehofes. | Foto: C.Förster

Wie heißt der Verein hinter det solidarischen Landwirtschaft auf dem Schellehof?

Der Verein heißt Lebenswurzel e. V. und seit dem Frühjahr 2014 haben sich ca. 200 Menschen zusammengefunden und (er)leben in Kooperation mit dem Hofteam des Schellehofes das Modell der solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi). Der Verein verfolgt gemeinnützige Zwecke und folgt in seiner Werteorientierung den Grundwerten der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen.

Wie lang ist eine Saison?

Eine Saison dauert genau 12 Monate. 2018 also vom 01. April 2018 bis 31. März 2019.

Wer kann mitmachen?

Mitmachen können Alleinlebende, Familien, Lebens-/Wohn-/Haus-/Büro-/Kochgemeinschaften etc. Kurz eigentlich jeder.

Wie viel kostet mich die Unterstützung?

Alle Beteiligten legen vor Beginn der SoLaWi-Saison (beim Saisonstart-Treffen am 4.3.2018) anhand eines Richtwertes selbst fest, wie viel sie (entsprechend der individuellen finanziellen Möglichkeiten/Prioritäten und entsprechend des individuellen Nahrungsmittelbedarfs) für einen SoLaWi-Anteil monatlich zahlen möchten. Gezahlt wird der montliche Beitrag nicht für die Bio-Nahrungsmittel, sondern für die Landwirtschaft bzw. den landwirtschaftlichen Betrrieb. Dadurch haben die Nahrungsmittel keinen Preis und das Hofteam Planungsicherheit.

Eine Mitgliedschaft beim LebensWurzel e.V. ist für eine Teilnahme jedoch Voraussetzung.

Jede Woche bekommt man seinen Anteil am Hof. Jeder gibt, was er locker machen kann und wie viel er am Ende möchte. | Foto: C.Förster

Jede Woche bekommt man seinen Anteil am Hof. Jeder gibt, was er locker machen kann und wie viel er am Ende möchte. | Foto: C.Förster

Was bekomme ich für meinen Anteil?

Wöchentlich einen Anteil der Schellehof-Ernte sowie (wenn gewünscht) Brot, Brötchen, Mehl, Grieß, Schrot, Körner, einmal monatlich Eier und gelegentlich Fleisch in einer der Abholstationen (Depots). Von den Mitgliedern selbstorganisierte Abholstationen gibt es derzeit 4 in Dresden, in den Stadtteilen Striesen, Neustadt (auf dem Gelände der Alten Fabrik, ehm. Blaue Fabrik), Leuben (im selbstorganisierten, solidarischen Hausprojekt 2n40), Löbtau (im Rosenwerk) sowie in Pirna und in Struppen (auf dem Gelände des Bauernhofs).

Wo gibt es noch mehr Infos?

Facebook: www.facebook.com/schellehof

Hofwebseite: www.schellehof.de

Vereinswebseite: www.lebenswurzel.org

Informationen zum Autor

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