Prominenter Besuch im Bergdorf Maxen

Von Matthias Neidhardt

Viele kennen das kleine Dorf Maxen wegen seiner Freilichtbühne. Doch in der kleinen Gemeinde gibt es noch ein wenig mehr zu entdecken.

Die kleine Gemeinde Maxen im Müglitztal liegt auf einem Hochplateau zwischen dem Lockwitztal und dem Müglitztal. Von der gleichnamigen Gemeinde Müglitztal aus führt der Weg in Richtung Kreischa hinüber ins Lockwitztal am kleinen Dorf Maxen vorbei. Hier oben auf 363m Höhe befindet man sich knapp 200m über Dresdner Niveau und auch hinab nach Kreischa und Müglitztal überwindet man immerhin 100 Höhenmeter. Das reizvolle Hügelland lockte schon seit dem 19. Jahrhundert viele Prominente in den Südosten von Dresden, die von hier das Panorama in die Sächsische Schweiz und das Erzgebirge genossen. Gekommen sind sie alle auf Einladung eines ganz besonderen Paares: Dem Ehepaar Friederike und Friedrich Anton Serre.

Zu Besuch beim Ehepaar Serre auf Schloss Maxen

Blick von der Kirschallee in Maxen

Blick von der Kirschallee in Maxen

Die beiden Rittergutsbesitzer des Ritterguts Maxen hatten einflussreiche Freunde aus Kunst und Kultur. Und diese luden sie auch regelmäßig zu sich nach Maxen ein. So gingen der Märchenschreiber Hans Christian Andersen, der Komponist Robert Schumann mit seiner Frau Clara Schumann, und Komponisten und Dirigenten Carl Maria von Weber und Franz Liszt ebenso ein und aus wie Bildhauer Ernst Rietschel, der Maler Ludwig Richter und der Arzt Carl Gustav Carus. Die Gastfreundschaft des Majors Serre und seiner Frau war international bekannt. Und so kam es, dass im 19. Jahrhundert das Who is Who der deutschen und internationalen High-Society nach Maxen reisten um mit dem Ehepaar schöne Tage zu verbringen.

Sie alle lebten im heutigen Maxener Schloss, das zwischen 1726 und 1728 als Barockbau errichtet wurde. Von 1819 bis 1872 bewohnten Serres das Schloss.

Das Schloss Maxen heute

Der wechselvollen Nutzung des Schlosses als russische Kommandantur nach dem zweiten Weltkrieg, Flüchtlingsquartier und Altenpflegeheim folgte seit 2003 eine rein private Nutzung. Teile des Schlosses können aber besichtigt werden. Auch finden regelmäßig Veranstaltungen statt und einzelne Räume können für Veranstaltungen gemietet werden.

Das Blaue Häusel

Blaues Häusel in Maxen

Blaues Häusel in Maxen

Nochmal kurz zurück zur Gastfreundschaft der Serres. Diese ging sogar soweit, dass man zu Ehren des Besuchs von Raden Saleh, einem Prinzen und Maler aus Java, einen kleinen Pavillon in Form einer Moschee errichten lies. Das Blaue Häusel existiert noch heute und befindet sich im Privatbesitz eines Maxener Ehepaares, die zu besonderen Anlässen, wie dem Tag des offenen Denkmals, ihre Gartenpforten öffnen und durch den kleinen Pavillon führen (Infos unter www.pavillon-maxen.de). Dieser ist nicht unmittelbar am Schloss. Über einen kleinen Spaziergang entlang der Kirschbaumallee führt der Weg zum Pavillon.

Als die Serres 1819 in ihr Rittergut einzogen, war das kleine Bergdorf Maxen aber schon lange bekannt. Und das haben Sie einem bestimmten Material zu verdanken: Dem Maxener Marmor.

Der Maxener Marmor

Marmor im Maxener Kalkbrennofen

Marmor im Maxener Kalkbrennofen

Bereits Ende des 16. Jahrhunderts entdeckte man in den Felsen um Maxen eine besondere Art von Kalkstein, aus dem man „buntes Marmor“ gewinnen konnte. Bis zu 50 verschiedene Farbkombinationen konnten aus den Maxener Kalksteinen gewonnen werden. Der berühmteste ist der „erbsfarbene Marmor“. Dieser war so wertvoll und kostbar, dass nur der Kurfürst ihn für seine Bauten verwenden durfte. Und davon machte dieser rege Gebrauch. Ob im Französischen Pavillon des Dresdner Zwingers, im Grünen Gewölbe des Residenzschloss Dresden, in der Katholischen Hofkirche, im Bautzener Dom oder in der Moritzburger Schlosskapelle – überall wurde der wertvolle Marmor verbaut.

Kalkbrennofen Maxen

Kalkbrennofen Maxen

Von der Gewinnung des Marmors zeugen noch heute zahlreiche Steinbrüche und Kalkbrennöfen. Der schönste und besterhaltenste befindet sich nahe der Naturbühne vor dem Ortseingang der Gemeinde aus Richtung Weesenstein kommend. An einigen ausgewählten Tagen hat der Kalkbrennofen seine Tore geöffnet. Dann kann in das Innere geblickt werden und an einem kleinen Brennofen wird die Marmorherstellung anschaulich demonstriert.

Ein Abend im Königlich-Sächsischen Marmorbruch

Naturbühne Maxen

Naturbühne Maxen

Wenn du denkst, du musst schwer schuften, wenn du den Königlich-Sächsischen Marmorbruch besuchst, dann irrst du. Nein, aller Vorraussicht nach wirst du dich amüsieren und eines Sommernachts Theaterstücke unter freiem Himmel genießen. Oder du wirst den Bühnenstücken regionaler Komiker beiwohnen und vor traumhafter Kulisse inmitten einer Felsenlandschaft auf der Naturbühne Maxen humoristische Stunden verbringen. Auch Konzerte finden in den Sommermonaten hier statt. Die Naturbühne Maxen ist seit 2003 geöffnet und erfreut sich seitdem steigender Beliebtheit.

Heimatmuseum – Ein Blick in Maxens Geschichte

Heimatmuseum Maxen

Heimatmuseum Maxen

Wer sich noch intensiver mit der Geschichte Maxens und der Region auseinandersetzen möchte, dem sei eine Besichtigung oder eine Führung des Schlosses angeraten oder aber ein Gang ins Maxener Heimatmuseum im Zentrum des Ortes. Das Heimatmuseum am Dorfplatz zeigt in vier Räumen Interessantes und Staunenswertes zur Geschichte des Ortes. Allerhand informatives zum Kalk-und Marmorabbau wird im Museum präsentiert. Zudem veranschaulichen 1000 Zinnfiguren die Schlacht auf den Feldern um Maxen zwischen Preußen und Österreich während des Siebenjährigen Kriegs 1759.

Eine kleine Randnotiz für Geschichtsinteressierte: Im Panometer Dresden wurden die Vorboten dieser Schlacht übrigens auch am Horizont gezeichnet. Das Rundpanorama im Panometer zeigt in den Sommermonaten Dresden zu eben dieser Zeit.

Maxen – kleines Dorf mit allerhand Sehenswertem

An einem schönen Sommernachmittag lohnt sich ein Besuch in Maxen besonders. Denn dann hast du die Möglichkeit deinen Tag auf der Naturbühne ausklingen zu lassen. Doch auch sonst kann man das Schloss, den Kalkbrennofen und den Pavillon besichtigen. Allerdings sollte man sich vorab über die Öffnungszeiten der Objekte informieren.

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