Fasten – leere Teller, volle Gläser

Der Teller ist leer, das Wasser fließt. Christian trinkt mehr und erlebt seinen Körper zwischen „Geil“ und „Scheiße“ | Foto: pixabay
Der Teller ist leer, das Wasser fließt. Christian trinkt mehr und erlebt seinen Körper zwischen „Geil“ und „Scheiße“ | Foto: pixabay
Von Redaktion

André, Roger und ich haben uns ein Ziel gesetzt: Wir wollen die nächsten 14 Tage Fasten. Und zwar um genau zu sein, wir wollen Heilfasten. Das bedeutet wir werden außer Wasser nichts zu uns nehmen. Und hier werde ich davon berichten.

Roger, Christian und André - Drei Freunde, die für sich das Heilfasten ausprobieren wollen. | Foto: Christian Held

Roger, Christian und André – Drei Freunde, die für sich das Heilfasten ausprobieren wollen. | Foto: Christian Held

Teil 2 – Die erste Woche ohne essen

Am Abend des ersten Fastentages gehe ich früh ins Bett. Ich lege mich hin und lasse den Tag noch einmal Revue passieren. Ich habe heute tatsächlich den ganzen Tag nichts gegessen. Und ich habe es überlebt. Zugegeben ich hatte früh nach dem Aufstehen wie üblich Hunger, und ich hätte auch gerne wenigstens einen Kaffee getrunken, aber ich habe es auch ohne all diese Dinge überstanden. Nein besser noch, ich habe etwa 3,5 Liter mineralisiertes Wasser getrunken und fühle mich gut.

Jetzt fragt Ihr euch bestimmt was mineralisiertes Wasser ist. Um ehrlich zu sein ich habe keine Ahnung aber André, der Experte in Sachen Wasser unter uns, wird das in den nächsten Tagen schon noch klar stellen.

Tag 2 – Mir geht es scheiße

Es ist 4.30 Uhr ich stehe in der Küche habe ein Glas Wasser am Hals und es geht mir beschissen. Ich bin ja eh schon kein Frühaufsteher aber mit leeren Magen ist das ganze irgendwie doppelt Mies. Ich werde heute den ganzen Tag auf dem Fahrrad sitzen und arbeiten. Nur so wie ich mich jetzt gerade fühle möchte ich einfach nur wieder ins Bett.

3 Stunden später sitze ich auf dem Rad habe meine vollen Kisten vor mir und denke über nichts mehr nach. Jetzt zählt nicht mehr ob ich esse oder nicht, jetzt zählt das ich den Tag gut rum bekomme und das am besten ohne abzuklappen. Mittag: Ich habe etwa 1 Liter Wasser in mir und muss erstaunlich wenig pinkeln. Das hätte ich so nicht vermutet. wie kommt das wohl?

Am Abend schreibe ich mit Roger.
Roger: „Vorhin haben alle frische Brötchen gegessen, es war schlimm. Ich habe dann Wasser getrunken um nicht sofort abzubrechen. Wie geht es dir?
Christian: „Ich habe heute Morgen gute 2 Stunden gebraucht bis ich in Tritt kam. Habe den Tag gut überstanden und das Abendbrot auch. Wasser ist aber kein essen 🙁 !!“

Tag 3 – Turbo im Gepäck

Auch heute bin ich wieder mit dem Fahrrad unterwegs. Ich habe es heute etwas besser in den Tag geschafft. Dank einer heißen Tasse Ingwertee mit einen kleinen Löffel Honig. Das war wie ein Turbo. Und genau so überstehe ich auch den Tag. Ich trinke Wasser, aber wenn ich merke, mein Akku ist leer, mache ich einen Stopp und trinke einen Schluck Tee mit Honig und schon geht es wieder vorwärts. Ich frage mich während der Fahrt, ob das schon ein Fastenbruch ist. Aber dann denke ich, dass sind doch meine Regeln nach denen ich das hier mache.

Ich telefoniere mit André der mir sagt, dass er dankbar darüber ist, dass wir das alle zusammen angefangenen haben. Wenn ich ehrlich bin, ich auch. Als wir uns verabschieden sagt er noch: „Mensch Christian, es sind ja nur noch 4 Tage und die erste Woche ist rum. Ist das nicht großartig, dass wir schon so viel geschafft haben.“

Tag 4 – Heute geht es besser

Christian braucht, um sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen. Tag 1 geht. Tag 2 naja. Tag 3 super… | Foto: Christian Held

Christian braucht, um sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen. Tag 1 geht. Tag 2 naja. Tag 3 super… | Foto: Christian Held

Es ist Donnerstag und ich habe das Gefühl das sich mein Körper langsam umstellt. Ich komme zwar immer noch am Morgen sehr langsam in Gang, aber im Allgemeinen geht es mir besser als die vorhergehenden Tage. Ich schaffe meine festgelegte Tagesration an Wasser und merke etwa ab dem späten Nachmittag wie die Energie in mir aufsteigt. Ich bin eben doch eine Nachteule.

Hiermit wäre es dann wohl bewiesen. Mein Geschmackssinn ist herausragend. Ich fange an das Wasser intensiv zu schmecken. Nachdem ich mir ein Heilwasser gekauft habe und ansetze schmecke ich, dass es extrem Salzig schmeckt. Ist mir vorher so noch nie aufgefallenen.

Tag 5 – das Wochenende ruft.

Routine hat sich eingestellt. Ich mache mir sogar schon darüber Gedanken was ich nach dem Fasten essen werde. Die erste Woche ist so gut wie rum. Ich bin stolz auf mich, dass ich es bis hier her geschafft habe. Die nächste Woche kann doch eigentlich nur noch einfacher werden.

Ich telefoniere oder schreibe täglich mit André und Roger. Wir tauschen uns aus und können uns gegenseitig bestärken. Das ist echt eine sehr gute Geschichte. Bei den gemeinsamen Malzeiten mit meiner Familie rieche ich mich inzwischen satt. Es ist sehr erstaunlich für mich, dasa die Dinge die ich sonst esse genau so oder intensiver riechen wie sie sonst schmecken. Geschmack kommt also viel über den Kopf.

Christian trinkt nun mehrere Liter Wasser am Tag. Sogar die unterschiedlichen Geschmacksarten kann er herausfiltern. Das war ihm vorher nie aufgefallen. Dennoch das erste Wochenende wird zur Katastrophe! | Foto: pixabay

Christian trinkt nun mehrere Liter Wasser am Tag. Sogar die unterschiedlichen Geschmacksarten kann er herausfiltern. Das war ihm vorher nie aufgefallen. Dennoch das erste Wochenende wird zur Katastrophe! | Foto: Christian Held

Tag 6 und 7 – Was passiert hier?

Das Wochenende war zusammenfasst eine Katastrophe. Den ganzen Tag wird gegessen. Und dann auch immer so leckere Sachen. Das Frühstück, einst meine beliebteste Mahlzeit ist das schlimmste. Es duftet nach frischen Brötchen und nach Kaffee. Und wäre das nicht schon genug gibt es an den anderen Mahlzeiten natürlich auch nur leckere Sachen. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Es gibt eine Wende in meinen schon sicher geglaubten Fasten. Mein Kopf meldet sich wieder und zwar mit Zweifeln. Schaffe ich das denn überhaupt? Muss ich mir das wirklich antun?

Am Sonntagmorgen, nach einem wirklich schönen Spaziergang an der frischen Luft mit meiner Familie, muss ich meinen Sohn die Treppen bis in die Wohnung Tragen. Der dritte Stock, sonst kein Problem, heute mit dem Kind im Arm, eine fast unüberwindbarer Hürde. Ich bin am Ende meiner Kräfte als ich oben bin. Und wäre das nicht genug, verkündet Roger am Abend das er sein fasten beenden wird. Er wird ab morgen wieder etwas essen. Was nun frage ich mich, wie soll es weiter gehen?

Lest im nächsten Teil ob ich mein Ziel doch noch schaffe und was Roger und André im Interview sagen.

Die Kommentarfunktion wurde geschlossen.