Innovation aus Dresden – VmedD GmbH

Wer an Radartechnik denkt, hat meist Geschwindigkeitskontrollen und Punkte in Flensburg im Kopf. Wilhelm Prinz von Hessen (63) sieht in derselben Technologie etwas ganz anderes: einen stillen Schutzengel für ältere Menschen. 2020 gründete er in Dresden die VmedD GmbH und entwickelt seither mit einem neunköpfigen Team den „Care Monitor“ – einen radarbasierten Sensor, der Stürze und Notfälle vollkommen kontaktlos erkennt.

Mehr als ein klassischer Hausnotruf

Anders als beim herkömmlichen Hausnotruf, der auf einen Knopfdruck am Handgelenk angewiesen ist, arbeitet der Care Monitor passiv im Hintergrund – ohne dass die Bewohnerin oder der Bewohner aktiv werden muss. Das etwa smartphonegroße Gerät wird in zwei bis 2,40 Metern Höhe an der Wand angebracht, idealerweise über dem Bett, und überwacht von dort eine Fläche von rund fünf mal fünf Metern.

„Unser Care Monitor erkennt Gefahrensituationen wie Stürze oder lange Abwesenheiten – ganz ohne Kamera oder Mikrofon – und benachrichtigt automatisch einen hinterlegten Notfallkontakt über eine App“, erklärt Wilhelm Prinz von Hessen. Stürzt eine alleinlebende Person aus dem Bett, bleibt auffällig lange im Badezimmer oder kehrt nachts nicht ins Schlafzimmer zurück, schlägt der Sensor sofort Alarm. Erfasst werden ausschließlich anonyme Bewegungsmuster; Zugriff hat allein der hinterlegte Notfallkontakt.

In Dresdner Einrichtungen erprobt

Was als Idee eines jungen Medizintechnik-Startups begann, ist längst Praxis: Bei der Volkssolidarität, der Diakonie und beim ASB in Dresden ist der Care Monitor bereits bei rund 50 Seniorinnen und Senioren im Einsatz – und wird dort weiterhin genutzt. Auf dieser Grundlage öffnet sich das System nun auch für den privaten Gebrauch und ist unter vmedd.de erhältlich. Pflegende Angehörige können so auch von unterwegs den Überblick behalten, ohne dass sensible Bild- oder Tondaten entstehen.

Forschung mit Universitätskliniken

Während Gespräche mit Sanitätshäusern noch laufen, denkt das Team längst weiter. Gemeinsam mit der Uniklinik Dresden entsteht ein Projekt zur Nachsorge nach Hüftoperationen, mit der Uniklinik Leipzig wird die kontaktlose Überwachung der Vitalfunktionen von Frühgeborenen erforscht. Für Wilhelm Prinz von Hessen ist klar: „Die möglichen Anwendungsbereiche sind noch lange nicht ausgeschöpft.“ Sein Antrieb bleibt dabei bodenständig – er möchte mit seiner Technologie Gestrauchelten ganz wörtlich wieder auf die Beine helfen. Ein Anspruch, der in Dresden auf einem soliden Fundament steht.

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